Newsletter der nmz - Martin Hufner

Sehr geehrte Newsletterabonnentinnen und -abonnenten,

um einen Tag verzögert kommt dieses mal der Newsletter zu Ihnen. Dafür natürlich proppenvoll. Ich glaube, wir sind, nach wie vor, eines der wenigen journalistischen „Produkte“ auf dem Markt, das wirklich umfassend versucht, die Lage unseres Musiklebens, zumindest auch in ökonomischer, politischer, pädagogischer, medialer und ästhetischer Weise abzubilden. Und selbst das geht nur auszugsweise. Sonst wäre hier die Newshölle los.

Dennoch ist das hier manch einer Abonnentin oder einem Abonnenten zu viel des Guten. Vor allem zu viel Meinungs- und Kommentarjournalismus. Manch einer mag nicht die Ökonomische Theorie interessieren, sondern allein, ob sein Aktienpaket performt. Ich kann ihnen einen Hinweis geben. Wir haben auch noch einen zweiten Newsletter am Laufen. Der ist nicht „so“ und mit Liebe gestrickt, dafür aber zuverlässig abends gegen 18 oder 19 Uhr in ihrem Postfach: Unsere Abendschau. Die können Sie zusätzlich bestellen. Das geht mit dem Link ganz unten im Newsletter. Den hole ich mal hier her nach oben.

  • Newsletterabo ändern, modifizieren oder Newsletter abbestellen, hier klicken.

Hier können Sie sich auch austragen, oder den Empfang pausieren lassen (wegen Urlaub und so) etc. pp. Alles recht schmerzlos, kostenlos und nicht sinnlos ;)

Mein Kollege Mathis Ubben hat für nmz sich des bildungstheoretischen Klassikers „Kunst für alle“ beziehungsweise Klassik für alle?!“ angenommen und damit des Themenfeldes der Teilhabe an Kultur. Ich bin mir sehr sicher, dass dieses Thema immer mehr in den Vordergrund rücken wird. In seinem Text verlinkt der Kollege auf einen Text von mir in welchem ich einmal draufschaue, was im sogenannten Kultur-Pass für 18-Jährige wirklich drinsteckt und warum er im Prinzip nur eine Phantom-Aktion für nix ist. Es geht dabei um 200 Euro! Einsetzbar in über zwei Jahre. 

Kürzlich flatterte dagegen eine News der Postbank in mein Postfach. Darin eine repräsentative Studie zur Frage, wie viel Geld die 16- bis 18-Jährigen monatlich zur freien Verfügung hätten. Raten Sie mal! Die eine oder die andere wird die Antwort vielleicht überraschen. Mir ging es jedenfalls so. Mehr als das: die eklatante Differenz zwischen den Geschlechtern macht einen sprachlos. Vor diesem Hintergrund ist der Kultur-Pass für 18-Jährige ein geradezu symbolischer Unsinn an staatlicher Güte.

Also auf gehts. Es ist Mittwoch. Nichts für ungut, nichts ist zu spät.


Klassik für alle?! - Cluster von Mathis Ubben

Es ist schwer, im Debatten-Topf der kulturellen Teilhabe zu kochen, ohne dass ein verwürzter Eintopf dabei herauskommt. Hier hat gerade erst das Angebot des KulturPass (siehe Nachschlag auf Seite 16) diesen eher als KulturFarce entlarvt und bewiesen, dass die Liste finanzieller Lock-Flops noch beliebig verlängert werden kann; dort werden im Publikum geduldete Flipflops als Gütesiegel der Willkommenskultur im klassischen Konzert identifiziert. Daran liegt es nicht? Und tatsächlich gab es nie mehr Musikvermittlungsprojekte, nie war es einfacher, mit totaler Spontanität in ein beliebiges Konzert zu gehen, gesamtgesellschaftlich leichter, an Kultur teilzuhaben. Weiterlesen

11 Fragen an Katrin Beck

Die Musikwissenschaftlerin, Kulturmanagerin und Musikvermittlerin Katrin Beck arbeitet seit vielen Jahren intensiv mit der Siemens Stiftung und dem Goethe-Institut in unterschiedlichsten Funktionen zusammen, etwa bei der. (+) Weiterlesen

Ausführliche Antworten aus der Hohenlohe - Petru Munteanu zum Artikel „Suggestive Faktoren und Beziehungsgeflechte“ von Nora Sophie Kienast, nmz 5/2023

Es ist sehr erfreulich, dass die neue musikzeitung (nicht zum ersten Mal) das Thema „Wettbewerbe“ durchleuchtet: durch Publikation von verschiedenen Meinungen und durch Aufforderung zur Stellungnahme. (+) Weiterlesen


BERICHTE


Requiem für Syrien“ in Bremen: das „Bellen eines Höllenhundes“

Ute Schalz-Laurenze – Syrien ist ein ebenso kulturreiches, wie derzeit krisenverfluchtes Land. Das „Requiem für Syrien“ (UA 2018) erregt bei einem breiten Publikum dafür auch 2023 bewegende und wichtige Aufmerksamkeit. Ehrlich und ohne Kitsch. …

Die Letzten werden die ersten sein … – Eindrücke vom 75. Festival in Aix-en-Provence

Joachim Lange – Der Blick auf die aktuelle Programmfolge erstaunt: es sind die 75. Festspiele in Aix-en-Provence, die gerne Mozart als ihren Schutzheiligen proklamieren und nicht etwa das in Frankreich spürbar intensiver reflektierten Festival in Avignon, mit denen dort alljährlich das Schauspiel gefeiert wird. Aber es stimmt: Mit der „Dreigroschenoper“ von Kurt Weill …

Faust ist Erfurter: Brillantes Berlioz-Spektakel bei den Domstufen-Festspielen

Roland H. Dippel – Während man den Leipziger Eisler-Tagen über Hanns Eislers unausgeführte Faust-Oper für die junge DDR spekulierte, spielt man bei den Domstufen-Festspielen bis zum 30. Juli Hector Berlioz’ fantastische Kopfkino-Opernkantate „Fausts Verdammnis“ auf voller Stufenbreite und Domberg-Höhe. Eine künstlerisch wertvolle Show durch Regie …

Minutiöse Welt-Erzählung – Der „Erler Ring“ findet in Wagners „Siegfried“ einen weiteren Höhepunkt

Wolf-Dieter Peter – Innerhalb der Parabel auf eine Welt, die von der Harmonie in der Natur bis in ihren kapitalistischen Untergang taumelt, wird der „Siegfried“ mitunter als das „Scherzo“ bezeichnet – und tatsächlich: im Passionsspielhaus der Tiroler Festspiele wurde bei der Begegnung von jungheldischem Weltenretter mit gut zwanzig Jahre schlafender Göttertochter  …

Reihe 9 (79) – Lage, Lage, Lage

Michael Kube – Es gibt Spielstätten, deren unscheinbares Entree man durchaus übersehen kann, es gibt aber auch Häuser, die sich einer wahrlich exponierten Lage erfreuen dür­fen. Wer jetzt an Elphi samt „Plaza“ denkt, liegt richtig – hier hat das Marketing ganze Arbeit geleistet. Aber es gibt auch noch andere Häuser, die mit Aussicht und Ambiente beeindrucken  …

Unsere Shitstorm-Welt – Amüsant entlarvendes Halb-Musical als künstlerische Reaktion im Münchner Metropoltheater

Wolf-Dieter Peter – Früher gab es einen Dorftrottel, dessen Äußerungen halt hingenommen wurden. Heutzutage kann jede und jeder sich weltweit über alles und jedes verbreiten, wovon er nichts versteht. Folgen: Intellektuelle Einseitigkeit, moralische Empörung, verbale Aggression, Aufruf zum Boykott bis hin zum Verbot, reale Attacken ….


MELDUNGEN


KULTUR & GELD

Wahnsinnig glücklich“ - Staatsoper fast auf Vor-Corona-Niveau

dpa – Berlin - Die Berliner Staatsoper Unter den Linden sieht sich bei der Auslastung des Hauses fast wieder auf dem Stand der Zeit vor der Corona-Pandemie. Derzeit geht das älteste der drei großen Berliner Opernhäuser von 88 Prozent bei den Ticketverkäufen aus. Endgültige Zahlen gebe es erst gegen Ende des Monats, hieß es bei der Staatsoper. …

Kulturpass für 18-Jährige setzt erste Million um

dpa – Berlin - Der Kulturpass für 18-Jährige hat die erste Umsatzmillion geknackt. Bisher haben sich mit mehr als 80 000 Jugendlichen gut zehn Prozent der Zielgruppe für das Angebot von 200 Euro für kulturelle Events und Produkte angemeldet. „Das ist ein sehr guter Start und wir freuen uns, dass die Zahlen stündlich und täglich steigen“, …

KULTUR & BILDUNG 

Bernd Redmann wird neuer Präsident der Musikhochschule Lübeck

Musikhochschule Lübeck – Der Komponist, Musikwissenschaftler und Musiktheoretiker . Voraussichtlich im Oktober 23 wird er von der HMT München nach Lübeck wechseln. Bernd Redmann wird neuer Präsident der Musikhochschule Lübeck …

VERANSTALTUNGEN

10.7.2023: Veranstaltungen aktuell +++ Veranstaltungen

dpa – +++ Rudolstadt-Festival der Weltmusik +++ „Staatsoper für alle“ lockt Tausende +++ Bärbel Bas als Gast beim Liederfest Lettland +++ Johannes-Brahms-Chorfestival in Wernigerode +++ „Viktoria und ihr Husar“ in Neustrelitz …

7.7.2023: Veranstaltungen aktuell +++ Veranstaltungen

Aktuelles von dpa: „Yiddish Summer“ mit kleinerem Programm wegen weniger Geld +++ Musik-Weltreise - „Viktoria und ihr Husar“ lockt nach Neustrelitz +++

MENSCHEN


nmz-Stellenmarkt



Kubes HörBar 90 – Sinfonisches


Saint-Saëns / Ivor Bolton

«Saint-Saëns ist der seltene Ruhm zuteil geworden, bereits zu Lebzeiten als Klassiker zu gelten.» Mit diesen Worten eröffnete der französische Literat und Musikkritiker Romain Rolland im Jahre 1901 einen dem Komponisten gewidmeten, schon im retrospektiven Ton gehaltenen Essay. Camille Saint-Saëns sollte da noch zwei Jahrzehnte leben und schöpferisch tätig sein. Bis heute ist er einer der ebenso …

Haydn / Paavo Järvi

Sieht man einmal von dem ambitionierten Projekt «Haydn2032» ab, so sind Einspielungen der Sinfonien Joseph Haydns nach wie vor rar. Um seine frühen Werke wird ein großer Bogen gemacht, bei den mittleren stehen nur die vom «Sturm und Drang» geprägten Partituren hoch im Kurs. Selbst die aus Paris bestellten Kompositionen (Nr. 82–87) stehen nach den insgesamt zwölf für und in London entstandenen …


Aus der JazzZeitung


Mit Liebe bei der Sache – das Südtirol Jazzfestival Alto Adige

Von Stefan Pieper. Auch die zweite Hälfte des Südtirol Jazzfestival Alto Adige bot eine breite Vielschichtigkeit und immer wieder hochmotivierte, betont „authentisch“ agierende Bands, die mit ihrem versunken lauschenden Publikum in anregender Atmosphäre zu einem Ganzen verschmolzen. Lohn für das ganze Engagement der zahllosen Bands und Musiker …

BR kickt Hammerstein ins Aus

Michael Scheiner – „Mit…“, dann folgt eine unmerkliche Verzögerung bis die Anmoderation mit „…Lukas Hammerstein“ abschließt. Seit Jahr und Tag beginnt der bei München lebende Journalist und Autor Jazz & Politik jeden Samstagnachmittag damit, dass er sich vorstellt. Angesiedelt ist das Magazin bei der Politikredaktion des Bayerischen Rundfunks (B2), die Musik wählt der Musikredakteur Roland Spiegel aus. …


MH

Bleiben Sie uns treu. Wenn Sie wünschen, empfehlen Sie uns per Mail weiter.


Der Newsletter gibt nur und allein die Meinung des Redakteurs wieder.


neue musikzeitung
www.nmz.de
ConBrio Verlagsgesellschaft mbH
Brunnstr. 23, 93053 Regensburg
Impressum | Datenschutzerklärung
Facebook
© neue musikzeitung 2019 ff.
Newesletterabo ändern, modifizieren oder Newsletter abbestellen, hier klicken.