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Im Fokus: aFd-Anfragen | Geißlers Kurz-Schluss | Weill in Dresden | Nachrichten aus der Musik- und Kulturwelt. 

Unsinn, Arbeits- und Zeitvernichtung II

Gestern haben wir über eine Anfrage von zwei aFd-Abgeordneten in Baden-Württemberg in Sachen “Ermittlung von Staatsangehörigkeiten” im Kulturbetrieb berichtet. Die Reaktionen auf das Vorgehen und Gehabe fasst jetzt die dpa in einer Meldung zusammen. Das Staatstheater Stuttgart hat sich dazu sehr präzise geäußert

Die Anfrage spricht für sich, sie entstellt sich gewissermaßen selbst zur Kenntlichkeit. Wollte man sie näher betrachten, führte dies wohl zu der Überlegung, was überhaupt der künstlerische oder kunstpolitische Erkenntnisgewinn aus ihrer Beantwortung sein könnte? Es fällt uns schwer, dem ein edles Motiv zu unterstellen. Wir freuen uns über die eindeutige Unterstützung, die wir von dem Stuttgarter Oberbürgermeister und den kulturpolitischen Sprechern der Landtagsfraktionen von CDU, FDP, Die Grünen und SPD erhalten. Auch die Publikumsreaktionen in den sozialen Netzwerken empfinden wir als wertschätzend für die künstlerische Exzellenz der Staatstheater Stuttgart,“ sagt der Geschäftsführende Intendant Marc-Oliver Hendriks.  

Staatsopern-Intendant Viktor Schoner hierzu: „Oper war und ist schon immer ein von Grunde auf internationales Genre. Allein unsere jüngste Neuproduktion von Arrigo Boitos Mefistofele: Ein deutscher Stoff wird zur italienischen Oper. Ein katalanisches Kollektiv inszeniert in Frankreich – und bringt diese Produktion dann nach Stuttgart. Ein Finne, eine Moldawierin, ein Italiener, ein Amerikaner und eine Kolumbianerin als Solist*innen stehen mit einem Chor aus verschiedensten Nationen auf der Bühne. Ein Italiener dirigiert das internationale Staatsorchester Stuttgart. Sinnfälliger als an diesem Beispiel lässt sich die Internationalität unserer Kunstform nicht anschaulich machen!

Theo Geißlers Kurz-Schluss

Wie ich einmal voller Bewunderung die Entstehung eines großartigen Weltreiches wenigstens aus der Ferne miterleben durfte – Dass ausgerechnet die gute alte „Frankfurter Allgemeine“ sich in prophetische, eigentlich sogar science-fiktionale Sphären begibt, und das auf einer ganzen Doppelseite, hätte ich ihr offen gestanden nie und nimmer zugetraut. Schon vor zwei Jahren veröffentlichte sie unter dem Titel „What’s the Agenda today“ einen Arbeitsplan für Donald Trump, Mindmap-mäßig mit ungefähr tausend differenzierten Aufgabenwölkchen. Darunter schon: „Bomb the Iran“. Dass dieses Schiiten-Nest ausgerechnet am Tag von Trumps Wahlkampfauftakt unter dem Motto „Keep America great“ angeblich Bodenstation für den Abschuss einer USA-High-Tech-Spionage-Drohne gewesen sein soll, ganz zu schweigen von der Behinderung des Tankerverkehrs in der Straße von Hormus, lieferte hinlänglich Anlass zu einem finalen Vergeltungsakt. [Vorab aus Politik & Kultur 2019/7-8]

Kurt Weills „Ein Hauch von Venus“ in der Staatsoperette Dresden

Weills Broadway-Erfolg funktioniert auch in der Staatsoperette Dresden. Fröhliche Farbigkeit, Revue-Ausflüge machen den Abend rund. Dabei ist Matthias Davids, Leiter der Musicalsparte in Linz, mit seiner meisterhaft geschmeidigen, definitiv kantenlosen Regie auf der richtigen Weill-Spur, meint unser Kritiker Roland H. Dippel.

Was sonst noch vielleicht wichtig war oder wird …

Radio-Tipp

21:30 bis 22:30 | hr2-kultur

Werkzeuge der Neuen Musik – Das Klavier, Teil 1 von 4 – von Michael Iber

Die Radiowoche bis zum 30.6.2019

Rückblick 27.6.2019

Geboren

  • 1789: Philipp Friedrich Silcher, deutscher Komponist

Gestorben

  • 1889: Whitney Eugene Thayer, US-amerikanischer Organist und Komponist
  • 2004: Fausto Romitelli, italienischer Komponist

Wir wünschen Ihnen einen wunderbaren Donnerstag.


Viele Grüße aus Ihrer Newsletter-Redaktion, Martin Hufner
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