Sehr geehrte Newsletterabonnentinnen und -abonnenten,

nmz-Chefredakteur Juan Martin Koch zum fatalen Zustand des Musikbetriebs, wie er sich am Fall Siegfried M.s zeigt. Von mutigen Frauen ist da ebenso die Rede wie von "dreisten und widerwärtigen" Reaktionen im lernunwilligen Umfeld um Siegfried M. herum. Zum Fall Siegfried M. und seinen verästelten Auswirkungen auf und in unserem Musikbetrieb. Der Leitartikel aus der gestern gedruckten Ausgabe der nmz 2019/11. Hier vorab.

Leitartikel: Freier Fall – Siegfried M. und die Folgen

Nun, nachdem Siegfried Mauser, der frühere Präsident der Hochschule für Musik und Theater München, wegen sexueller Nötigung verurteilt wurde – zuletzt bestätigte der Bundesgerichtshof ein Urteil des Landgerichts München I – müsste der folgende Text eigentlich von mutigen Menschen handeln. Von Frauen zum Beispiel, die das Schweigen brechen, sich wehren und den schmerzhaften Gang vors Gericht auf sich nehmen, damit in solchen Fällen Recht gesprochen wird, statt dass – wie bei ähnlichen Gelegenheiten im Musikleben – stillschweigende Vereinbarungen getroffen werden. Leider muss an dieser Stelle aber zum ersten gesprochen werden über einen rechtskräftig verurteilten Sexualstraftäter, der sich völlig uneinsichtig zeigt. … Der Leitartikel von Chefredakteur Juan Martin Koch aus der aktuellen nmz.

Willkommen in Pop-up-Arkadien: Vivaldis „La fida ninfa“ am Theater Regensburg

Ein barocke Pastoraloper mit über drei Stunden Spiellänge – das könnte ganz schön zäh werden. Das Theater Regensburg trat mit Antonio Vivaldis „La fida ninfa“ (1732) die Flucht nach vorn an, kürzte beherzt und fand ein modernes Setting, das dennoch Raum für poetische Weltflucht bot. Juan Martin Koch floh gerne mit.

Donaueschinger Musiktage: Vor- und rückwärts im Nicht-Gleichschritt 

Kommt man zurück aus Donaueschingen, so erwarten einen oft die obligaten Fragen: Was gab es Neues, was war das herausragende Werk, wofür steht es, wie wird es weitergehen, wohin führt langfristig die Entwicklung? Und skeptisch wird man beäugt auf die Antwort hin: So einfach ließe sich das nicht sagen, Prognosen, gar Prophezeiungen blieben allemal riskant. Zudem: Noch in den Achtziger Jahren gab es Berichte über Donaueschingen, auch die Film-Festivals in Cannes oder Venedig, bei denen ein Werk als epochal herausgestellt wurde, die anderen mehr oder minder Beiwerk waren. Derlei hatte den Vorzug der Entschiedenheit – auf Kosten perspektivischer Verengung. Zu den Wechselbädern der Donaueschinger Musiktage · Von Gerhard R. Koch.

Musik machen – Haltung zeigen: Mitglieder des Musikrates engagieren sich für eine demokratische, weltoffene Gesellschaft und für Kulturelle Vielfalt

Die Mitgliederversammlung des Deutschen Musikrates (DMR) hat den 5. Berliner Appell „Musik machen – Haltung zeigen“ sowie die Resolution „Jüdisches Leben schützen“ verabschiedet. Damit bekennen sich die Mitglieder des DMR dazu, sich gegen jegliche Form des Rassismus und Antisemitismus zu engagieren und fordern den Schutz der Werte und Normen des Grundgesetzes. Es ist das erste Mal, dass sich der DMR als zivilgesellschaftlicher Dachverband des Musiklebens mit einem Berliner Appell zu aktuellen gesellschaftspolitischen Herausforderungen äußert.

HörBar der nmz: Peter Tchaikovsky: Symphony No. 6 „Pathétique“ – Berliner Philharmoniker, Kirill Petrenko

“… Was zu hören ist, lässt tatsächlich ein Bedürfnis nach Veränderung in Programmatik und Ton erkennen, ohne dass mit dem Start schon die gemeinsame Reiseroute festgelegt wäre. Was aber verblüfft, ist die Klarheit der einzelnen Gruppen, die Ausgewogenheit in der Disposition, der in einem nicht enden wollenden Strom fließende Verlauf, die satte Klanglichkeit und hörbare Freude am Musizieren …”, meint Rezensent Michael Kube

Was sonst noch wichtig war oder wird …

Radio-Tipp

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik – LIVE: Maximilian Marcoll: Amproprifications

Der Komponist im Gespräch mit Michael Rebhahn. Amproprifications – ein Kofferwort aus appropriation (Aneignung) und amplification (Verstärkung) – heißt die Stückreihe, an der der Komponist Maximilian Marcoll seit 2016 arbeitet. Bestehende Werke anderer Komponisten erhalten hier durch Lautstärkeveränderungen in Echtzeit ein völlig anderes Erscheinungsbild. In der SWR2 JetztMusik LIVE stellt Marcoll gemeinsam mit dem Saxofonisten Mark Lorenz Kysela die Amproprifications vor.

Die Radiowoche bis zum 03.11.2019

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