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Update: Festschriftkreise 

Wer hätte je gedacht, dass sich der Streit um eine Festschrift zu einem solchen Schadensfall für das Netzwerk aus Musikwissenschaft und Kunst entwickeln würde. Das Schweigen zu diesem Unfall der Publikationsgeschichte bröckelt merklich und langsam zieht der Streit um die Mauser-Festschrift größere Kreise. Nun bezieht auch ein renommiertes musikwissenschaftliches Forschungsinstitut Stellung.

In einer Stellungnahme des Forschungsinstituts für Musiktheater der Uni Bayreuth liest man unmissverständliche Worte:

(…) Erschreckend ist, dass sich mit der Festschrift zahlreiche Persönlichkeiten in ihrer öffentlichen Funktion als Kulturschaffende und Wissenschaftler*innen hinter den Sexualstraftäter Mauser stellen und seine Taten mit dem zitierten Vorwort bagatellisierenund, dass Könighausen & Neumann diesem Vorgehen eine verlegerische Plattform bietet. Darin sehen wir die Fortführung einer Tradition von strukturellem Sexismus und Misogynie, gegen die wir uns explizit positionieren.
(…) Da die vom Institut herausgegebene Reihe der Thurnauer Schriften zum Musiktheater ebenfalls in dem Verlag Könighausen & Neumann erscheint, sehen wir hier eine Kollision mit unseren ethischen und wissenschaftlichen Wertvorstellungen.
Die Publikation beschädigt nicht nur die Reputation unserer Reihe, sondern das Ansehen der Musikwissenschaft insgesamt.

Gestern habe ich den gesamten Vorgang noch als eine Art Schadensabwicklung genannt. Genauer betrachtet ist es eher eine Schadensentwicklung

Wen eine Analyse des wahrscheinlich im Wortlaut wenig bekannten Vorworts interessiert, der schaue bei den Kolleginnen von Musik mit allem und viel scharf” nach. Juana Zimmermann entdeckt noch ein paar mehr Ungereimtheiten im “umstrittenen” Vorwort der Herausgeberinnen der Festschrift.

Und um diesen Fehler zu vermeiden, haben wir nun das gesamte Vorwort vorangestellt. Nun können wir gemeinsam mit unseren Leserinnen nachvollziehen, warum dieses Vorwort richtig übel ist und werden das im Folgenden an ausgewählten Stellen erläutern.

Jetzt aber zurück in die aktuelle Kultur- und Medienpolitik. 

Von der Zukunft getrieben, die Gegenwart vergessend – Wie der öffentlich-rechtliche Rundfunk seine ureigenen Qualitäten wegplant

In den letzten Jahren war insgesamt wenig Positives zu vermelden, wenn über den internen Zustand im Bereich des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in der nmz zu berichten war. Es sei erinnert an die Fusion der Rundfunkorchester beim SWR, an die geplante und dann wieder verworfene Ver- und Abschiebung von BR-KLASSIK ins Digitalradio DAB+, an die Umgestaltung der Jazzformate beim WDR. Glaubt man den Rundfunkmacherinnen, dann ging es immer darum, den Rundfunk – und hier genauer: die Kulturwellen – in die Zukunft zu führen, sie zukunftssicher zu machen. Genauer besehen geht es aber fast immer nur darum, Etat-Kürzungen der Wellen als Kulturmaximierungen zu verkaufen. Ein Bericht zum Zustand des Kulturradios von Martin Hufner.

Rollenverständnis

Sie haben alles falsch gemacht! Wirklich alles. Abitur, Ausbildung, Studium, Abendschule. Alles Buckeln umsonst. Denn hätten Sie etwas wahrhaft Nützliches gelernt, etwas, das nicht nur Sie, sondern auch andere Menschen befriedigt, würden Sie nicht als Musiklehrkraft untalentierten Helikopterkindern eine Geige mit Hammer und Meißel unters Wohlstandsdoppelkinn zimmern. Nein. (…) Es geht hier doch nicht um Drogen oder Rock’n’Roll (kicher kicher). Es geht doch hier um Wirtschaft. Ferchows Fenstersturz 2019/11

nmz–Podcastpartnerin Irene Kurka

57 - Interview mit Dr. Kerstin Gernig übers Scheitern (Autorin, Business Coach, Speakerin)

Rezensionen (Noten & Bücher)

Aus der Perspektive des Vaters
Neuerscheinungen zum 300. Geburtstag Leopold Mozarts

Den Händen beim Improvisieren zusehen
Für Unterricht und Selbststudium: Peter Michael Hamels Zyklus „Vom spielenden Gelingen“

Spiccato-Erbse, Giraffengazelle
Neues Violinmaterial von Aleksey Igudesman

Bartók und Tangos
Neue Spielliteratur für Violoncello

Zwischen Anstrengung und Erfolg
Neue Spiel- und Unterrichtsliteratur für die Blockflöte

Buch-Tipps 2019/11
Improvisation, Vokalmusik, Harmonielehre

Das gewagte Unterfangen ist gelungen
Mit dem „Handbuch Musikpädagogik“ liegt ein neues Referenzwerk vor

Was sonst noch wichtig war oder wird …

Radio-Tipp

20:04 bis 21:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: Nebel steigt aus meiner Seele – Novemberklänge

Wenn die Novembernebel sich übers Land legen, dann wirkt das auf die menschliche Seele meist still und besinnlich. Auch in der Musik. Kaum etwas klingt so ruhig und in sich gekehrt wie die sanft dahinziehenden musikalischen Nebelschwaden. Sei es in den Klavierstücken von Debussy und Janácek, sei es in der Orchestermusik von Richard Strauss oder in den Nebelliedern von Schubert, Chopin und Gershwin.

Die Radiowoche bis zum 24.11.2019

Erinnerung

125. Todestag von Anton Rubinstein · Komponist, Pianist, Dirigent, Musiker, Musikschriftsteller (* 28. November 1829 in Wychwatinez/Podolien – † 20. November 1894 in Peterhof bei St. Petersburg) [Cello-Konzert auf YouTube]

10. Todestag von Elisabeth Söderström · Opernsängerin, Intendantin, Schauspielerin (* 7. Mai 1927 in Stockholm – † 20. November 2009 in Stockholm) [Mit Rachmaninovs Romanzen op. 34 auf YouTube]

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