30.12.2021 – der radiotag

00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Festival TIME:SPANS

Mary Flagler Cary Hall, New York. Aufzeichnung vom 20.08.2021. Alex Mincek: „So Many Ways“ (2021) (Uraufführung) | Sam Pluta: „Systems of Interaction I“ (2021) (Uraufführung) | Ben Lamar Gay: „Known Better. Still Lit“ (2021) (Uraufführung).

Wet Ink Ensemble: Erin Lesser, Flöte; Alex Mincek, Saxofon; Jan Antonio, Schlagzeug; Eric Wubbels, Klavier; Mariel Roberts, Violoncello; Kate Soper, Stomme; Sam Pluta, Elektronik

00:10 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Herbert Baumann: „Ein Weihnachtskonzert“ (Württembergisches Kammerorchester Heilbronn: Paulus Christmann); Hans Mielenz: „Weihnachtsmusik“, op. 91 (Max Hecker, Flöte; Kurt Kalmus, Oboe; Gerd Starke, Klarinette; Karl Kolbinger, Fagott; Kurt Richter, Horn); Hermann Zilcher: Vier Lieder, op. 14 (Christa Mayer, Mezzosopran; Konrad Jarnot, Bariton; Carl-Heinz März, Klavier); Rolf Wilhelm: „Die Jugendstreiche des Knaben Karl“ (Filmorchester: Rolf Wilhelm); Hans Melchior Brugk: Klavierkonzert Es-Dur, op. 50 (Hildegard Stenda, Klavier; Münchner Rundfunkorchester: Dieter Roßberg); Fritz Büchtger: Stück für Klavierquartett (Münchner Klavierquartett); Günter Bialas: „Sechs Bagatellen“ (Raschèr Saxophone Quartet)

19:30 bis 20:00 | Deutschlandfunk Kultur
Zeitfragen: Psychische Gesundheit – Außer Betrieb: über die gesellschaftlichen Ursachen von Depressionen

Von Carina Schroeder. Wer an einer Depression leidet, geht zunehmend offen damit um. Dabei geraten auch die gesellschaftlichen Gründe für Depressionen in den Fokus.

20:00 bis 21:30 | hr2-kultur
Graffiti in der Neuen Musik (3). Werke von Luigi Nono und Salvatore Sciarrino

Für die einen sind sie Vandalismus, für die anderen Kunst: Graffitis. Die bild- und zeichenhaften Interventionen im öffentlichen Raum haben auch Spuren in der zeitgenössischen Musik hinterlassen.

Luigi Nono (1924-1990): Musica-Manifesto N. 1 (1968/69) / „Un Volto, del Mare“ für Sopran, Stimme und Tonband – Liliana Poli, Sopran; Kadigia Bove, Stimme. / „Non consumiamo Marx“ für Tonband (Stimme: Edmonda Aldini). (Realisation der Tonbänder: Studio de Phonologie de la RAI de Milano, Marino Zuccheri, 1969)

Salvatore Sciarrino (*1947): „Quaderno di Strada“ (2003). Zwölf Gesänge und ein Sprichwort für Bariton und Ensemble – Miljenko Turk, Bariton; Ensemble Modern; Dirigent: Bas Wiegers. (Aufnahme vom 28. April 2021, Frankfurt LAB, Frankfurt am Main)

Werktitel und Werkkommentare… Wir brauchen sie. Die Komponist*innen hingegen vielleicht nicht einmal. Aber ohne Namen lässt sich vieles kaum ansprechen. Über Graffiti in der Musik ließe sich kaum reden, gäbe es nicht Autor*innen, die ihre Stücke so betitelt hätten. Die Motivation, eine Komposition als Graffiti auszuweisen, dürfte für jede und jeden eine andere gewesen sein. Wahrscheinlich, weil er oder sie die anonym auf Wände, Züge oder andere Stellen im öffentlichen Raum gesprühten, mit fetten Markern geschriebenen Wörter, Tags, Symbole oder Sprüche interessant oder verstörend oder aussagekräftig fand und sie ideell, mithin strukturell in die musikalische Konzeption hat einfließen lassen.

21:05 bis 22:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Moritz Eggert: Neue Dichter Lieben, Liederzyklus für Singstimme und Klavier

Esther Valentin (Mezzosopran); Konstantin Pagenetti (Bariton); Anastasia Grishutina (Klavier). In Anspielung an Robert Schumanns Liederzyklus „Eine Dichterliebe“ hat Moritz Eggert eine Sammlung von Klavierliedern geschrieben, die das Sujet des verliebten Dichters ins 21. Jahrhundert überführt. Gefühlvoll, ironisch, mit vielen Anspielungen an das Kunstlied der Romantik hat Eggert einen großen Bogen über die Möglichkeit, seiner Gefühle in Musik habhaft zu werden, komponiert.

21:05 bis 22:00 | Deutschlandfunk
JazzFacts: Auslese: Die Platten des Jahres 2021

Am Mikrofon: Odilo Clausnitzer, Michael Engelbrecht und Karsten Mützelfeldt. Was waren die Jazzalben des Jahres? Welche Neuveröffentlichungen ragten heraus – und warum? Im Gespräch stellen die drei „JazzFacts”-Autoren Karsten Mützelfeldt, Michael Engelbrecht und Odilo Clausnitzer ihre Favoriten von 2021 vor und diskutieren darüber.

21:30 bis 22:30 | hr2-kultur
Neue Musik | „Wer klopfet an?“ – Von der musikalischen Karriere eines Alltagsgeräuschs

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts öffnet sich das Tor für kompositorische Erkundungen akustischer Alltagsphänomene, wozu auch das Klopfen gehört. Eine Sendung von Michael Zwenzner. Das Klopfen – anzutreffen in Biologie, Brauchtum, Handwerk oder Maschinenwelt, als Vitalzeichen, Signalgeber, Morsecode oder Nebengeräusch – findet seinen Weg in die Musik von Komponisten wie Cage, Scelsi, Johnston, Lucier, Eötvös, Battistelli, Pesson oder Dienz. Im Gespräch mit dem Perkussionsperformer Zoro Babel und anhand ausgewählter Klangbeispiele aus acht Jahrzehnten Musikgeschichte spürt Michael Zwenzner den Motivationen und Manifestationen musikalischen Klopfens – und der Lust daran – nach.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: „Axis Mundi“: Die neue CD der Pianistin Hélène Pereira

Iván Solano: „Triptych of an Echo“, Mayu Hirano: „Sillage“; John Cage: „Mysterious Adventure“; Jean-Claude Risset: „Duett für einen Pianisten“; François Rossé: „Higashi Yama“ (Hélène Pereira , Klavier)

23:03 – 24:00 | Ö1
In Erinnerung an Peter „Pita“ Rehberg – 2021 revisited. In memoriam Peter „Pita“ Rehberg

Am 22. Juli ist Peter „Pita“ Rehberg völlig überraschend im Alter von 53 Jahren an einem Herzinfarkt gestorben. Im Rahmen unserer heurigen revisited-Serie möchten wir noch einmal an das so bedeutende Schaffen dieses konsequenten Querdenkers erinnern. Er mag die „Physikalität“ – die Körperlichkeit – von Klang, starke Bilder und Gefühle und eine gute Dynamik, schilderte Rehberg einmal in einem „Zeit-Ton“-Interview. Mit seiner stets intensiven Musik, die in ihrer Tiefenschärfe in allen Farben zu funkeln vermag, und mit seiner engagierten Label-Arbeit hat er Generationen an Elektronikmusiker/innen inspiriert und geprägt. Seit 26 Jahren bereits ist eine Veröffentlichung auf Mego bzw. auf Editions Mego ein Gütesiegel, das viele Musikschaffende erstmals ins internationale Rampenlicht rückte und dabei den Grundstein für so manche Karriere legte. Der Schock saß dementsprechend tief. Der plötzliche Tod des Editions Mego-Gründers sei ein derartiger Einschnitt, schrieb etwa Philip Sherburne in einem Artikel auf Pitchfork, dass er die Geschichte der elektronischen Musik in ein Vorher und Nachher teilen wird. Es wird wie mit den Spuren eines vernichtenden Waldbrandes sein, der sich in die Jahresringe der Bäume eingeschrieben hat.  Gestaltung: Susanna Niedermayr